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Nach der Vorstellung all dieser Techniken erscheint es mir wichtig, darauf hinzuweisen, daß diese ihren Stellenwert nur im Rahmen des Gesamtkonzeptes der Osteopathie (Osteopathie-Philosophie) haben. Jede Technik, ohne den dazugehörigen Hintergrund der Gesamtkörperfunktion zu beachten, auf der Basis der Kenntnisse von Anatomie und Physiologie, wird immer nur Stückwerk und Versuch-Irrtum bleiben. So sind auch die drei beschriebenen Bereiche der Osteopathie Teile eines Ganzen, die nur zusammen eine vollständige Therapie ergeben. Ein einzelnes Gelenk zu manipulieren ist meist keine sinnvolle Behandlung. Osteopath und Patient arbeiten gemeinsam an den Hindernissen auf dem Weg zu Gesundheit und Wohlbefinden, um die Hemmnisse entweder zu beseitigen oder bewußt zu machen und so ein immer tiefer gehendes Verständnis des Zusammenspieles des Gesamtorganismus (Körper, Geist und Seele), zu erreichen.     Durch die Osteopathie werden die Selbstheilungskräfte des Menschen mobilisiert und körperliche (und häufig auch psychische) Blockaden aufgelöst. Die so wiedergewonnene Freiheit erlaubt es dem einzelnen, sich den Anforderungen des Lebens in freier Beweglichkeit stellen zu können. Osteopathie sieht sich nicht als Konkurrenz zur "klassischen" Medizin. Jedoch ergibt sich durch ein anderes Welt- und Menschenbild und die damit unterschiedliche Setzung der Schwerpunkte im Umgang mit Menschen ein gebührender Raum und die Notwendigkeit für die Osteopathie!

    Im direkten körperlichen Kontakt während Diagnostik und Behandlung eröffnet sich der Wert der Osteopathie. Ihre praktische Umsetzung erfordert langes Üben und Training manueller Fertigkeiten und Schulung der Sensibilität, deren Bedeutung in der Ausbildung und Arbeitsweise der klassischen Medizin unserer Zeit nicht erkannt wird.

    Die Schwerpunkte der Schulmedizin in der Pharmakologie und Operationstechnik haben einen grundlegend anderen Ansatz, aber in ihrer Wirksamkeit unbestreitbaren und oft genug lebensrettenden Wert. Im Erkennen und Behandeln funktioneller Störungen und dem Einbinden des Menschen in seiner Umwelt findet diese "Notfallmedizin" jedoch oft ihre Grenzen.

© 2002, M. Hirzig